Mancophilie

#1 von Anne , 16.01.2012 11:04

Aus aktuellem Anlass möchte ich mal nachfragen, Herr Rehork, wie würden Sie die sexuelle Vorliebe für amputierten Menschen, in diesem Falle eines Mannes zu einer Frau (nein, nicht ich ;) im heterosexuellen Sinne bezeichnen. Ist das nur eine Vorliebe, eine Neigung oder doch schon eher eine Perversion oder eine Fixierung? Im Netz habe ich nur Brauchbares zu BIID und Amelotatisten gefunden...

Merci,
Anne

 
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RE: Mancophilie

#2 von Thomas Rehork , 16.01.2012 17:39

Hallo Anne,

das Wort "Perversion" kommt heute nicht mehr so gut und wird daher auch in der ICD-10 nicht mehr verwendet. Ob die Acrotomophilie (so nennt man das offenbar auch noch) als Paraphilie zu kennzeichnen ist, das ist eine schwierige Frage. Ich würde sie unter die Paraphilien einordnen wenn
1. der Umgang mit amputierten Menschen ausdrücklich gesucht wird
2. eine sexuell/erotische Begegnung mit nicht amputierten Personen als weniger befriedigend oder uninteressant empfunden und zugunsten des sexuellen Umgangs mit Amputierten nachrangig behandelt wird.
Die Diagnose wäre dann "F 65.8 sonstige Störungen der Sexualpräferenz".

Aber das ist eher meine persönliche Meinung. Es gibt so viele erotische Vorlieben und Schönheitsideale, von denen einige auf mich schon seltsam wirken, z.B. dass man Piercings aufregend findet oder Tattoos oder auch die sexuellen Empfindungen, die durch andere Körperveränderungen bei manchen Völkern ausgelöst werden, z.B. Giraffenfrauen (Ausrenken der Halswirbel bei Mädchen und Verlängern des Halses sowie Herstellen der Stabilität durch eine Stützspirale), Langohr-Indianer (Einbringen eines Gegenstandes ins Ohrläppchen in der Kindheit mit der Folge, dass die Ohren lang wachsen) oder Leute, die vom Babyalter an die Köpfe wie Stiele verformen.

Liebe Grüße
Thomas

 
Thomas Rehork
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