Potsdam, 11.2014

#1 von Thomas Rehork , 13.11.2014 23:02

Statt HELAU, besser: Juhuuu!!!!!! Gedächtnisprotokoll vom 11.11.2014 im Gesundheitsamt Potsdam:

Dr. Hemmrich, Arzt Neurologie und Psychiatrie, Gesundheitsamtsarzt
Frank Haseloff, Heilpraktiker (Union Deutscher Heilpraktiker, LV Berlin-Brandenburg e.V. , 1. Vorsitzender
Hartmut Uhl, Psychologischer Psychotherapeut
Eine Männerrunde, wohlwollend, das hörte ich schon von den beiden vor mir Geprüften.
Die Prüfung hatte sich verzögert, ich war die letzte an diesem ersten Prüfungstag in Potsdam.
? Was haben Sie für Pflichten als Heilpraktiker?
- … … Meine Pflichten sind, mich beim zuständigen Gesundheits- und Finanzamt anzumelden, alles zu dokumentieren, den Patienten aufzuklären über die Therapie, die Dokumentation 10 Jahre aufzubewahren, … … …
? Und Sie wollen ja auch eine Gegenleistung vom Patienten haben …
- Erstellung einer Rechnung … ….
? Und wenn Sie dann alles so sorgfältig dokumentiert haben?
- Sorgfaltspflicht!
? Welche Patienten würden Sie behandeln?
- Patienten mit Angststörungen, Zwangsstörungen, mit anderen neurotischen Störungen … …
? Welche behandeln Sie nicht?
- Patienten mit mittelschweren Depressionen und psychotischen Störungen. Ich würde diese an einen Arzt vermitteln, eventuell zur Behandlung in einer Klinik.
? Was ist das für ein Arzt?
- Ein Psychiater. (Das sei ganz richtig, denn häufig würden solche Patienten zum Hausarzt gehen und nicht zum Facharzt!).
? Welche sind die anerkannten Therapien?
- Analytische Therapie, tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, Verhaltenstherapie.
(Anmerkung vom Fragenden: Na endlich mal jemand, der das genau weiß, die meisten verhaspeln sich bei der zweitgenannten Therapieform.)
? Welche Störungen kennen Sie unter F4 oder welche Neurosen kennen Sie? (ich weiß nicht mehr genau, wie gefragt wurde, die Antwort schien dann aber zu befriedigen:
- Angst- und Panikstörungen, Zwangsstörungen, somatoforme Störungen (Somatisierungsstörung und somatoforme autonome Funtionsstörungen) … …. …. Posttraumatische Belastungsstörungen, Anpassungs-störungen, akute Belastungsstörungen.
? Können und würden Sie Anpassungsstörungen behandeln?
- Ja.
? Wann tritt so eine Störung auf?
- Nach einem einschneidenden Lebensereignis/Krise ( Frager half mit „liveevent“) z.B. nach dem Tod eines nahen Menschen, nach Verlust der Arbeit oder Jobwechsel, nach Umzug in eine neue Umgebung, Land, nach schweren Erkrankungen …)
? Wie sieht das so aus? Beschreiben Sie diese Störung.
- Schlafstörungen, depressive Verstimmungen, soz. Rückzug, Ängste
? Was ist eine Psychose?
Psychische Störung bezüglich des Ich-Erlebens und des Außenbezugs (etwas verquer habe ich mich da ausgedrückt und längst nicht alles gesagt, aber es wurde nicht weiter gefragt.)
? Welche Psychosen kennen Sie?
- Schizophrenien und Depressionen mit psychotischen Symptomen. (Nachfrage, zu welchem Störungsbild die Depressionen gehören und wie das andere hieße (ich durfte also ergänzen: affektive Störungen, Manie)
? Welche Symtome kennen Sie?
- Halluzinationen, Wahn, Ich-Störungen…….
? Was für Formen der Schizophrenie kennen Sie?
- hebephrene, paranoide, katatone, schizophrenia simplex, schizophrenes residuum …
? Es gibt ja auch noch andere Psychosen …
- Ja, ausgelöst z.B. durch hirnorganische Erkrankungen wie Demenz, Tumore, Schädel-Hirn-Traumata
? Was wäre denn ein schwerwiegendes Krankheitsbild?
- Delir. Entzugserscheinung z.B. bei Alkohol- oder Medikamentenentzug (Prüfer bemerkte noch, dass fast alles Organisches eine Psychose auslösen könnte z.B. Dehydrierung)
_
Ich glaube, dann war es zu Ende, gefühlte 15 min, bestimmt keine halbe Stunde. Ich fragte dann doch erstaunt (und erfreut), ob das schon alles sei. Die Prüfer meinten, es sei offensichtlich, dass ich ja eine lange Ausbildung hatte (Kunsttherapie, Gerontotherapie) und Erfahrungen in der therapeutischen Arbeit hätte.
Abschließend kann ich sagen, dass meine vorherige Aufregung und Sorgen sich nicht adäquat zu der empfundenen Leichtigkeit der Überprüfung verhält, wahrscheinlich aber notwendig waren, um mich intensiv mit dem Lehrmaterial auseinander zu setzen. Auch bin ich immer wieder bei Ihrem Manuskript gelandet und habe mir die Stunden und bildhaften Beschreibungen bei Ihnen in Erinnerung gerufen.
Heute möchte Ihnen herzlich für den Vorbereitungskurs danken und hoffe, dass Sie in Ihrer humorvollen und zugewandten Art und Weise noch vielen Wissenshungrigen mit Ihrem fundierten und aktuellen Fachwissen „beköstigen“ werden.
Herzlich Grüße
Lydia

 
Thomas Rehork
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