Tempelhof Schöneberg 7.12.2015

#1 von Thomas Rehork , 10.12.2015 22:58

mündliche Überprüfung am 07.12.2015 vor dem Gesundheitsamt Tempelhof-Schöneberg
Prüferin Frau Hesse, Beisitzerin Frau Lahn

Mein Mitprüfling und ich kamen erst eine halbe Stunde verspätet dran und waren entsprechend angespannt. Die Atmosphäre war von Anfang an aber sehr nett.
Nach einer kurzen Begrüßung hat Frau Hesse das Procedere kurz vorgestellt. Zunächst sollten juristische Aspekte erläutert werden, dann inhaltliche Fragen. Wir wurden abwechselnd befragt.

Meine erste Frage war, welche rechtlichen Regelungen ich bezüglich der Unterbringung und Betreuung kenne.
Ich habe zum PsychKG und Betreuungsgesetz ausgeholt (Länder- vs. Bundesgesetz, wer kann Betreuung/ Unterbringung veranlassen, warum und wohin, Erfordernisprinzip, was ist ein psychiatrischer Notfall usw. Ich habe einfach fast alles erzählt, was wir in unserer letzten Stunde von Ihnen dazu gehört haben). Es gab keine Nachfragen.

Dann wurde ich gefragt, ob ich denn noch wüsste, welche Fehler ich in der schriftlichen Prüfung gemacht habe. Ich hatte mich bei der Frage zu den Psychotherapieverfahren vertan - und Frau Hesse griff das Thema dann auch auf: Ob ich ihr die Begriffe "Übertragung", "Gegenübertragung", "Abwehrmechanismen" erklären könne und in welchem Therapieverfahren diese Begriffe von Bedeutung sind. Ich habe zunächst etwas über die Freud´sche Psychoanalyse, Störungen in frühkindlichen Entwicklungsphasen, der Entwicklung des ICH, Über-Ich und ES referiert und dabei die Begriffe erläutert. Ergänzend wurde dann noch gefragt, ob Abwehrmechanismen nur in der Psychoanalyse eine Rolle spielen oder ob und welche man ggf. auch im täglichen Leben erleben kann.
Ins Schwimmen kam ich etwas, als ich Störungen nennen sollte, bei denen tiefenpsychologische Verfahren nicht bzw. nur in abgewandelter angewendet werden sollten. Ich nannte zunächst nur schizophrene Störungen. Ich kam nicht auf die PTBS, wurde aber von Frau Hesse durch ihr gezieltes Nachfragen dann doch noch in die richtige Richtung gelenkt. Als ich PTBS nannte und erklärte warum, war sie zufrieden und ich fertig.

Mein Mitstreiter bekam u.a. folgende Fragen: Dürfen ein Psychiater, Neurologe, (großer) Heilpraktiker Psychotherapie betreiben? Was ist magisches Denken? Wo kommt es vor? Was ist ein Beziehungswahn? Welche Zielsetzung kann ein Therapieplan am Ende einer psychotherapeutischen Behandlung verfolgen? Hier wollte Frau Hesse die "Rezidivprophylaxe" hören, worauf mein Mitprüfling nur nach intensivsten Nachfragen von Frau Hesse kam. Sie ließ da einfach nicht locker. Nur beim Beziehungswahn, den er partout nicht richtig erklären konnte, gab sie dann irgendwann die Auflösung. Mein Mitprüfling wirkte recht fahrig - und für mein Empfinden, sah es gar nicht gut für ihn aus.

Aber - ich hatte schon befürchtet, es kämen noch weitere Fragen - dann sprach Frau Hesse die erlösenden Worte "Sie haben beide bestanden!"
Sie fragte uns noch, wofür den Heilpraktiker/Psych brauchen. Und nachdem wir beide von unseren Plänen berichtet hatten, durften wir noch kurz warten und dann gleich unsere Urkunden in Empfang nehmen. Geschafft!! Nach einer guten halben Stunde Prüfung waren wir fertig.

Insgesamt muss ich sagen, dass ich Frau Hesse als sehr konsequent nachfragend, aber insgesamt als sehr wohlwollend empfunden habe. Man muss wirklich keine Angst haben, dass hier theoretisches Wissen abgefragt wird und man z.B. die Diagnosekriterien der ICD-10 herbeten muss. Es ging ihr in ihren Fragen immer um den Praxisbezug.

toi-toi-toi an alle, die die Prüfung noch vor sich haben!

Und Ihnen, lieber Herr Rehork, ein herzliches Dankeschön für die wertvolle und immer auch unterhaltsame Seminarzeit! Das war wirklich eine Vorbereitung auf den Punkt!
Ein schönes Weihnachtsfest und viele Grüße von
Michaela

 
Thomas Rehork
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